Der „Schulbus auf Füßen“ - Ein Bericht von "Busfahrer" Mark Henselewski

Eine meiner ersten Aufgaben an der Grundschule Hagenburg war die Begleitung des sogenannten „Schulbus auf Füßen“. Dabei ging es darum, morgens vor der Schule die eingeschulten Kinder an verschiedenen „Haltestellen“ einzusammeln, um sie auf ihrem Schulweg in der Anfangszeit zu begleiten. Dabei war ich mit meiner orangen Warnweste immer unschwer zu erkennen. Mittags nach der Betreuung trafen wir uns dann wieder auf dem Schulhof um den Rückweg anzutreten.

Unser Weg führte uns dabei immer über die gelben Füße, die den Kindern als Hilfe zum Überqueren der Straße dienen. So lernten Joel, Ida, Jule, Nele, Alicia und viele weitere Erstklässler, die sich uns das eine oder andere Mal anschlossen, ihren Schulweg kennen und meistern ihn nun seit den Herbstferien allein.

Doch nicht nur für die Kinder war der Schulbus sehr lehrreich. Meine Motivationskünste wurden immer wieder gefordert, wenn die Lust zum Weitergehen einfach nicht mehr da oder der Schulranzen ja sooo schwer war. Auch konnte eine Baustelle oder eine Teermaschine viel interessanter sein als der Weg nach Hause. Also wurde zum Beispiel der „Schlepptag“ eingeführt. Am Freitagmittag durfte jedes Kind ein Teil (Ranzen, Sporttasche oder Jacke) an mich abgeben, welches ich ihm dann bis zur Haltestelle trug. So wurde ich bereits am Montag gefragt, ob nicht heute schon Freitag wäre. Desweiteren habe ich erfahren, dass ich das Lied „Ein Hut, ein Stock, ein Regenschirm“ ja völlig falsch kennengelernt hätte. Es heißt selbstverständlich „Ein Hut, ein Stock, ein Damenrock“- reimt sich ja auch viel schöner.

Wir hatten jedenfalls immer eine Menge Spaß, auch wenn wir so pünktlich waren wie die Deutsche Bahn. Ein tolles Projekt, das ich jeder anderen Grundschule nur empfehlen kann.

Mark Henselewski